Völlig übertrieben

Nur mir sehr nahestehende Menschen wissen, dass in meiner rechten Ohrmuschel ein winziger Außerirdischer wohnt. Meistens schläft er und bleibt deswegen völlig unbemerkt, aber manchmal wacht er auf und schaut, was ich mache. Dann stellt er dumme Fragen und wirft mich aus der Bahn. Weiterlesen

FinkLeaks enthüllt Gesetzentwurf: Gutachten für alle!

Justiz- und Innenministerium planen einen neuen, bisher geheim gehaltenen Gesetzes-Coup. Aber wie ihr wisst, ist die Homolobby gut vernetzt. Aus einer Quelle, die ich nicht offenlegen kann, wurde mir dieser Entwurf einer Informationsbroschüre der Regierung zugespielt, die demnächst an alle Haushalte verteilt werden soll.


Guten Tag.

Die gesellschaftliche Bedeutung der Geschlechter verändert sich. Infolge modischer Genderhysterie ist auch die amtliche Erfassung der Geschlechtsidentität im Wandel begriffen. Möglicherweise haben Sie gehört, dass wir kürzlich zur Einführung des neuen Geschlechtseintrages „divers“ gezwungen wurden. Obwohl wir das Gesetz so eng wie möglich ausformuliert hatten, wurde eine Regelungslücke von findigen Transsexuellen genutzt, um sich jenseits des für sie vorgesehenen Begutachtungsverfahrens einen neuen Personenstand zu erschleichen. Eine unabsehbare Menge von Menschen drohte sich unkontrollierten Zugang zu nahezu selbstbestimmten Geschlechtseinträgen zu verschaffen. Glücklicherweise konnten wir diese ernste Bedrohungslage durch entschlossenes Handeln rasch beenden. Weiterlesen

Kontrast-Tunten

Nähmen wir es ernst, dass „typisch männliches“ Verhalten durch Gene und Testosteron unausweichlich vorbestimmt sei, glaubten wir also wirklich, Männlichkeit sei etwas von der Natur vorgegebenes, dann müsste doch erstaunen, dass unsere Gesellschaft der allmächtigen Natur, die sie da beschwört, keinen Millimeter weit traut. Statt einfach abzuwarten, dass sich diese Männlichkeit schon von selbst genau so entwickeln würde, wie die Natur es doch angeblich vorgibt, behandeln wir Männlichkeit wie ein fragiles und störungsanfälliges Konstrukt, das täglich und überall proklamiert, gefördert, gefeiert, repariert, poliert und in Form gehalten werden muss, damit es nicht krachend in sich zusammenfällt wie die auf schwebenden Luftballons errichteten Bauwerke in Angry Birds.
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Fünf Jahre „der zaunfink“

Heute schnitze ich die fünfte Kerbe in meinen Zaunpfahl und schaue zurück. „Jesus würde Whiskas kaufen“ hieß der erste Artikel 1 in diesem Blog, und auf den Titel war ich stolz wie Bolle. Als ich dann mit großen Augen verfolgte, wie schon in den ersten paar Tagen immerhin gut 200 Leute in aller Welt den Artikel anklickten, dachte ich: Sieh an, da geht doch was. Fünf Jahre mit Satiren, Genre-Missachtungen, Bewegungsschelte und schlechten Reimen sind seitdem verflogen wie im, äh, Flug. (Notiz an mich selbst: Endlich Rhetorikkurs belegen.)
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Und raus bist du! Fetisch beim CSD

Im Kommentarbereich von queer.de findet derzeit eine lebhafte Diskussion über Pet-Player statt, also über Menschen, zu deren erotischen Rollenspielen das Tragen von Tierkostümen gehört. Anlass der Berichterstattung war ein Vorfall beim Aachener CSD: Trotz eindeutig geklärter Rechtslage (das Tragen von Masken verstößt in diesem Fall nicht gegen das Vermummungsverbot 1) hatte die Aachener Polizei CSD-Teilnehmerïnnen 2 das Tragen von Hundemasken verboten und laut einem Augenzeugen sogar damit gedroht, notfalls die ganze Parade zu stoppen. Bemerkenswert ist, dass die Kommentare auf queer.de sich nur kurz um das skandalöse widerrechtliche Handeln der Polizei drehten und sehr schnell in eine Diskussion über die angeblich fragwürdige Sichtbarkeit der betroffenen CSD-Teilnehmerïnnen umschwenkten. Statt des Rechtsbruchs durch die Polizei wurde die Anwesenheit von Teilen der Community beim CSD zum Problem erklärt.

Solche Entsolidarisierung ist leider weder ungewöhnlich noch überraschend. Queere Communities selbst – das klingt zwar schräg, ist aber eigentlich kein Geheimnis – haben ein mindestens ambivalentes Verhältnis zur sexuellen Vielfalt, sobald diese einmal über die handelsüblichen Formate hinausreicht. Weiterlesen

Genderwahn für alle! Hedwigs heiteres Handbuch der heimtückischen Hetze

Armutsrisiko, Klimakatastrophen und wachsende politische Instabilität machen den Menschen Angst. Wir brauchen politische Lösungen Schreckgespenster, vor denen sie sich noch mehr fürchten können, damit sie nicht auf Ideen kommen, die den Profit der Konzerne gefährden würden. Mit dem bedauerlichen Versickern des „Flüchtlingsstroms“ müssen wir verstärkt auf ein anderes Horrorthema umsatteln: Gender!

Sie kennen sich da nicht so gut aus? Macht nichts, wir erklären hier schon mal die wichtigsten Begriffe. Retten Sie den Neoliberalismus und gruseln Sie mit!
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Publikumsvermeidung. Eine kleine Handreichung für Aktivist:innen

Ich ziehe respektvoll den Hut vor allen, die sich für queere, linke, feministische Veranstaltungen abbuckeln. Sehr gelegentlich werde auch ich aus meinem Nest gelockt, um vor Leuten zu sprechen. Diese Veranstaltungen waren immer prima organisiert (seid liebevoll geherzt, liebe Leut‘! Immer gerne wieder!) Anderswo erlebt man bisweilen Wunderliches, und darum geht es im ersten Text meiner neuen Rubrik „Der Fink mit dem Zaunpfahl“.

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Du organisierst ab und zu öffentliche Veranstaltungen, und es tauchen immer noch Gäste auf, die sich da breitmachen, statt dein kleines Orga-Team und eine Handvoll engster Freund:innen die Früchte eurer Arbeit ungestört und in familiärer Atmosphäre mit der von weither angereisten Band / den teuer bezahlten Referent:innen / dem exklusiv aufgeführten Film genießen zu lassen? Womöglich wildfremde Leute, die ihr nicht mal kennt? Das ist wirklich unangenehm. Aber eure Fachperson für Publikumsfilterung und -vermeidung weiß Rat! Alle Methoden habe ich mit großem Erfolg selbst angewandt oder bei anderen Expert:innen studieren dürfen. Weiterlesen