Privatsache (oder: Das machen Heteros ja auch nicht.)

I

Halbdunkles Schlafzimmer. Ein junger Mann und eine junge Frau liegen eng nebeneinander im Bett. Leise Musik.

Er: „Du, wenn wir nächste Woche zusammenziehen …“
Sie: „Ja?“
Er: „Naja, die Nachbarn werden mitbekommen, dass da ein Mann und eine Frau auf dem Klingelschild …“
Sie: „Na und? Die werden sich halt ihren Teil denken.“
Er: „Aber dass wir beide ein … Liebespaar sind, das müssen wir ja nicht unbedingt gleich jedem auf die Nase binden, oder?“
Sie [richtet sich entsetzt auf]: „Natürlich nicht! Das geht schließlich niemanden was an!“
Er [ängstlich]: „Und wenn jemand direkt nachfragt?“ Weiterlesen

Der Zauber des Dingsbums

Die meisten Schwulen, die ich kenne, hassen Baumärkte. Der schreckliche Gestank nach staubigem Holz und vermutlich krebserregenden Chemikalien, das würdelose Herumirren zwischen riesigen Regalen, die stereotypen Heteromänner … Für meine Freunde sind Baumärkte so eine Art Vorhölle, die man nur betritt, wenn man mit Klebestreifen, Büroklammern und Bastelkleber wirklich nicht mehr weiterkommt.

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Schwules Bullshit-Bingo 2 – Paranoia-Edition

Deutschland verschwult. Die EU wird uns alle durch Gender-Mainstreaming-Gehirnwäsche in identitätslose Zwitter verwandeln. Dahinter steckt natürlich die Homo-Lobby. Oder die linksgrünen Kommunisten. Die Muslime. Emanzen aus dem Weltraum. Wenn das alles mal nicht sogar dasselbe ist.

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Antilopen, die Löwen fressen. In elf einfachen Lektionen zum Terror-Opfer

Fiese Minderheiten wollen die Mehrheitsbevölkerung verdrängen, unterdrücken oder gar auslöschen – in Zeiten der Retro-Trends ist diese etwas aus der Mode gekommene Denkfigur heute wieder total im Kommen. Politprofis und Publizist*innen machen es vor und warnen vor der gefährlichen Macht der Minderheiten. Trendscouts verraten: Opfergejammer der Privilegierten ist das neue Schwarz. Weil alle auf der Welle mitreiten wollen, viele aber doch nur recht mittelmäßige Minderheitendämonisierungen zustandekriegen, möchte ich hier einen kleinen Leitfaden anbieten.

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Schwules Bullshit-Bingo 1 – Party-Edition

Jahreswechsel, Partyzeit. Da stolpern auch wir Perversen ja manchmal irgendwie in eine Heteroparty hinein. Und sagen wir es frei heraus: Das ist nicht immer nur witzig.

Denn gelegentlich kommt es dabei zu dem unangenehmen Zwischenfall, den ich den „Erstkontakt-Schock“ nenne: Man erwähnt ganz beiläufig seinen Partner oder dass man irgendeinen anderen Partygast schnuckelig findet, und plötzlich stoppt das Gespräch für einen etwas zu langen Moment. Während dieses Momentes kann man die Zahnrädchen im Kopf des Menschen gegenüber knirschen hören, der zum ersten Mal im Leben bewusst einem leibhaftigen Homosexuellen gegenübersteht und dem nun so Vieles gleichzeitig durch den Kopf schießt, dass er nicht weiß, was er sagen soll. Irgendwann sagt er aber doch was; meistens nichts Gescheites. Und für diese Situationen hat euch, geschätzte Lesende, der fürsorgliche Fink ein Spielchen entworfen.

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Schwule Weltverschwörung: „Es ist alles wahr!“

Herr Fink, Sie sind Homo-Lobbyist. Was macht man da eigentlich so den ganzen Tag?

Nun, wir zerstören Familien, pervertieren Kinder und Jugendliche, demoralisieren die Gesellschaft, unterwandern die Medien, schaffen die Meinungsfreiheit ab – was eben gerade so anfällt. Ich persönlich vernichte besonders gern christliche Werte. Es ist ein ziemlich abwechslungsreicher Job.

Das heißt, die schwule Weltverschwörung …

Jaja, die gibt es wirklich. Der große Masterplan, die Gay Agenda, die Rosa Nostra, die Homintern – nennen Sie es, wie Sie wollen. Es ist alles wahr. Wir unterwandern seit vielen Jahren sämtliche Machtstrukturen der Welt. Unser Ziel ist die Weltherrschaft, um alles Heterosexuelle zu knechten und endgültig zu vernichten.

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Von Liebe und Schweinkram

Wie immer schlägt Frau Obermeier das Niederknödlinger Morgenblatt bei den Heiratsanzeigen auf. „Wir haben uns getraut!“, scherzen dort Marcel K. und Sofie L. unter einer Grafik mit zwei Ringen. Frau Obermeier schmunzelt über das gelungene Wortspiel. Sie kennt die beiden nicht, aber sie freut sich trotzdem mit ihnen. Es ist doch schön, wenn sich ein junges Glück zu seiner Liebe bekennt. Und es macht Frau Obermeier froh, dass es anscheinend noch solche guten alten Werte gibt wie Treue und Verantwortung. Vielleicht ist ja sogar bald etwas Kleines unterwegs? Frau Obermeier stellt sich ein pastellfarbenes Kinderbettchen vor und seufzt glücklich.

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