Über Männerhaare, Frauengurken und grünreaktionäre Entspannungstechniken

Schwedische Wissenschaftler:innen haben jetzt herausgefunden, dass 85% unserer Planetenoberfläche gar nicht aus gewöhnlicher Materie bestehen, sondern aus heteronormativen Firlefanz-Atomen zusammengesetzt sind. Und jedes Jahr werden es zwei Prozent mehr.

Jaja, das ist natürlich Quatsch, ich wollte nur schon immer mal einen Text mit „Schwedische Wissenschaftler:innen …“ beginnen. Aber ihr wisst vielleicht, was ich meine. Heteronormativität, Sexismus und alles, was noch in diesen Bereich gehört¹, sind Plagen, die sich überall ausbreiten, wenn wir nichts dagegen tun. Da sind ja nicht nur die gespenstischen „Glitzerpinklillifee“- vs. „Schwarzblaupiratenrennauto“-Höllen in den Spielzeugabteilungen. Unser ganzer Alltag ist mit heteronormativem, sexistischem Mist vollgestellt, ist davon durchdrungen und trieft davon. Heteronormativität wird nicht nur gedacht und gesprochen, sondern wir kaufen sie ein, wir ziehen sie uns an, wir reiben unsere Körper damit ein und wir futtern sie in uns hinein. Wir leben in einer Zeit, in der mit wachsender Selbstverständlichkeit noch die abwegigsten Alltagsdinge als männlich und weiblich zugeordnet und mit stereotypen Rollenmustern aus werweißwelchen Mottenkisten befrachtet werden. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass das nicht besser wird, sondern immer schlimmer.

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Ich habe nichts gegen tolerante Heteros, aber …

Wir müssen reden. Ich habe ja wirklich nichts gegen euch persönlich. Einige meiner besten Freund*innen sind tolerante Heteros. Aber ganz ehrlich: Jedes Mal, wenn jemand sagt: „Ich bin tolerant“, zucke ich innerlich zusammen. Natürlich weiß ich, dass ihr es gut meint. Ich freue mich, dass ihr euch aufrichtig bemüht, euch auch die letzten klebrigen Reste heteronormativen Unrats von den Füßen zu schütteln. Aber ihr wisst selbst, was es bedeutet, wenn in einem Zeugnis steht „hat sich stets bemüht“. Um es etwas motivierender zu formulieren: Ich bin sicher, diese Sache mit der Toleranz, die könnt ihr noch besser. Ich glaube ganz fest an euch. Und weil Glaube allein ja doch nicht immer hilft, habe ich hier einmal die Problemzonen zusammengefasst.

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