Schwule Scham

Der eigentliche Ursprung des Gay Pride ist nicht der Stolz, sondern die Scham. Als die Aktivist*innen diesen Begriff prägten, meinten sie keinen Stolz, den eine besondere Leistung rechtfertigt. Der Begriff diente vielmehr als ein psychologisches Gegengift: Der schwullesbische Stolz sollte die schwullesbische Scham heilen.

Im letzten Jahrhundert war diese psychologische Strategie noch so offensichtlich, dass man sie niemandem erklären musste; heute dagegen ist die Scham weitgehend aus unseren Diskussionen verschwunden. Das ist seltsam und schade, denn ohne dieses Wort können wir einen zentralen Aspekt unserer Situation nicht verstehen.

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Ein Festival des Neusprech – die Schuldebatte

„Wir halten Homosexualität ebenso für Teufelswerk wie Frauen in Männerberufen. Wir wünschen uns die sexistische Geschlechterordnung der 50er Jahre zurück. Wir möchten, dass alle Kinder und Jugendlichen lernen, dass homo-, bi-, trans- und intersexuelle Menschen krank und minderwertig sind. Wir finden, dass Eltern ihren Kindern Aufklärung und Bildung vorenthalten dürfen. Wir wollen Schwule und Lesben wieder zur Unsichtbarkeit verdammen. Das Leid der betroffenen Kinder und Jugendlichen geht uns am Arsch vorbei.“

Das sagen die Menschen, die derzeit gegen die Bildungs-Reformen in verschiedenen Bundesländern mobilisieren. Nein, Unsinn, das sagen sie natürlich nicht. Das denken sie nur.

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